Auditierung?
- Was da kürzlich an der Mittelschule J. H.Pestalozzi ablief, stand zunächst
für die meisten unverständlich und schriftlich in Form dieses komplizierten
Wortes auf dem Aushang des Vertretungsplanes. Und dann kam da eine
Kommission, die Materialien sichtete; Schüler und Lehrer befragte; sich von
ihnen Projekte vorstellen ließ; durchs Haus ging und sich lange zur Beratung
zurückzog, um über die Verleihung eines Qualitätssiegels zu entscheiden.
Doch was passiert da qualitativ in diesem "Betrieb" Schule und
warum betraf es vor allem die Schüler der 7.-10. Klassen?
BERUFSORIENTIERUNG
heißt das Schlüsselwort.
Orientierung
reicht aber nicht, wir als Schule wollen erfolgreich und anschlussorientiert
arbeiten und haben dies als feste Komponente im Schulprogramm verankert und
persönliche Ziele damit verknüpft. Das beginnt mit der theoretischen
Aufforderung auf der Berufsorientierungsseite unserer Schul-Homepage:
"Geh deinen Weg. Jetzt!" und setzt praktisch ein bei der kontinuierlichen Arbeit mit dem
Berufswahlpass ab Klasse sieben, der Schülern neben Tipps rund um die
Berufswahl auch als Orientierungshilfe und Sammelmappe all ihrer erworbenen
Zertifikate, Einschätzungen, Berufserkundungen u.s.w. dient und gleichzeitig
die Referenzgrundlage für eine erfolgreiche spätere Bewerbung bildet. Damit
dieser Ordner am Ende der Schulzeit prall mit erfolgsversprechendem Inhalt
gefüllt ist, bedarf es aber zusätzlich einer engen und dauerhaften
Zusammenarbeit verschiedenster Partner, das heißt unsere Schule hat mit
verschiedenen Firmen, beispielsweise der Firma Edelstahlgießerei Schmees
GmbH, Kooperationsverträge geschlossen, die den Schülern eine sehr praxisnahe
Berufsorientierung ermöglichen, auch über normale Praktika hinaus, unter
anderem in Form von Betriebserkundungen, Schnuppertagen, Messeeinladungen,
Eignungstests und Bewerbertraining. Die Schüler erleben Wirtschaft. Dazu
gehört weiterhin auch der Tag der offenen Tür, an dem wir Unternehmen sowie
zahlreiche Institutionen, angefangen von der Agentur für Arbeit bis hin zu
verschiedenen Bildungseinrichtungen und ehemalige Schüler in die Schule
einladen, damit sie über ihre Ausbildungsmöglichkeiten, Anforderungen und
Erfahrungen berichten und mit den Schülern ins Gespräch kommen und sie
beraten. Angesprochen sind aber nicht nur die Jugendlichen selbst, auch deren
Eltern und die Lehrer sind maßgeblich am zukünftigen Erfolg beteiligt. Sie
begleiten die Schüler zu Veranstaltungen, geben unsere Erfahrungen mit
Berufsorientierung als Multiplikatoren weiter, stärken sie in ihrem
Selbstvertrauen, lernen ihnen, sich selbst einzuschätzen, betreuen
Schülerprojekte oder bauen praxisnah ihren Unterricht auf den Anforderungen der Wirtschaft auf.
Zahlreiche Neigungskurse und Ganztagsangebote tragen ab Klasse fünf zur
Interessenbildung bei und eine Idee hat sich dabei zu einem wahren Renner
entwickelt, zu einer Schülerfirma - "MyFuturePlan". Die beteiligten
Schüler, vom Geschäftsführer über den Redakteur bis hin zum Grafiker,
entwickeln ein spezielles Hausaufgabenheft für die Berufsorientierung.
Zusammenfassend
lässt sich sagen, all das, was sich da BERUFSORIENTIERUNG nennt, funktioniert
auch so, erfolgreich ist es aber erst durch die Systematik und Kontinuität
von Klasse fünf an, durch die Zusammenarbeit aller und die Zielgerichtetheit
der gemeinsamen Arbeit für den erfolgreichen Übergang von Schule ins
Berufsleben, indem unsere Schüler den Prozess erfahren, Berufswahlsicherheit
und Kompetenzen entwickeln und in Klasse zehn eine sichere Ausbildungsreife
auf allen Ebenen erreichen.
Was kam denn
nun, um zum Anfang zurückzukehren, bei der Beratung heraus?
Wir haben es geschafft, haben die Jury
überzeugt von unserer Arbeit und sind nun stolze Besitzer wovon?
Uwe Bieberstein